Ensemble

LE GOÛT ÉTRANGER


Katrin Ebert - Barockvioline

Roswitha Bruggaier - Viola da gamba, Barockvioloncello, Vielle und Violoncello piccolo

Diez Eichler - Cembalo, Viola da gamba und Barockmusette



Was bedeutet der Name „Le Goût Étranger“ ?

„Le Goût Étranger“ – der fremde Geschmack – ist ein musikalischer Stilbegriff des barocken Frankreich, dem sich das Ensemble „Le Goût Étranger“ in besonderer Weise verbunden fühlt. In dieser Zeit, dem 17. und 18. Jahrhundert, entwickelte sich ein Empfinden für den nationalen Charakter musikalischer Stile, besonders in Italien, wo man sich vornehmlich am Gesang orientierte, und in Frankreich, wo der höfische Gesellschaftstanz im Vordergrund stand. In Deutschland bezog man sich auf diese beiden Vorbilder, und stellte viele Musiker aus Italien und Frankreich an Opernhäusern und Fürstenhöfen ein. Deutsche Komponisten verbanden beide Stile zum „vermischten Geschmack“ (laut Quantz, der diesen auch den „deutschen Geschmack“ nennt) oder wechselten zwischen den verschiedenen Stilen (wie z.B. Georg Philipp Telemann).
Franzosen, die zum Teil erbitterte Diskussionen um den „wahren Geschmack“ führten, begannen, auch im italianisierenden Stil zu schreiben, den sie aber als „goût étranger“, als ausländischen oder fremdartigen Geschmack bezeichneten. Marin Marais schrieb eine Suite für Viola da gamba mit dem Titel „Suitte d’un goût étranger“, in der mit „étranger“ nicht nur „ausländisch“;, sondern - wie z.B. das „harmonische Labyrinth“ in dieser Suite zeigt - auch „sonderbar“ gemeint ist.

Dem Sonderbaren und Gegensätzlichen der unterschiedlichen Stile in der Barockmusik gilt auch das besondere Interesse des Ensembles. Schwerpunkte der Ensemblearbeit sind sowohl das französische Barock (die Zeit des Sonnenkönigs und seiner Nachfolger) als auch der stilistische „Allround“-Komponist Telemann (der außer im französischen und italienischen z.B. auch im polnischen Stil schrieb). Mit dem Einsatz von Instrumenten, die heute ebenfalls „sonderbar“ wirken mögen, wie Musette und Vielle (Drehleier), hat „Le Goût Étranger“ auch die sog. „Champêtre“-Musik im Repertoire, die „Schäferromantik“, die sich im Sinne des Rousseau´schen „Zurück zur Natur“ beim Adel des vorrevolutionären Frankreichs großer Beliebtheit erfreute.

Foto: Axel Genannt, Frankfurt

Das Ensemble „Le Goût Étranger“ wurde 1994 in Frankfurt gegründet, zunächst mit dem Ehepaar Roswitha Bruggaier und Diez Eichler, sowie dem Lautenisten Joachim Klingenfuß. Seit 1996 bestand das Ensemble aus Ite Sonder, Roswitha Bruggaier und Diez Eichler, 1998 trat Katrin Ebert hinzu. Um andere Mitglieder erweitert, z.B. Oboisten und zusätzliche Streicher, tritt „Le Goût Étranger“ auch in größeren Kammermusik- und Orchesterbesetzungen auf. 1999 produzierte das Ensemble seine erste CD und war seitdem im In- und Ausland auch im Rundfunk zu hören. Seit dem Wegzug von Ite Sonder spielt das Ensemble in wechselnden Besetzungen mit Traverso oder einer zweiten Violine

In den Konzerten des Ensembles „Le Goût Étranger“ werden die Zuhörer mit kurzen Erläuterungen zwischen den Werken durch das Programm geführt. Anschließend stehen die Musiker gerne zur Verfügung, wenn das Publikum die auch optisch reizvollen historischen Instrumente aus der Nähe betrachten und Fragen stellen möchte.


Dekoration


Kontaktadresse

Le Goût Étranger
c/o Diez Eichler
Weißdornweg 69
D - 60433 Frankfurt am Main
Telefon +49-69-5488 324
Fax +49-69-5005 8787